Cui bono

Daniel Hiermayer

Die Frage nach dem Sinn

Die Grundsatzfrage des Schülers ist doch immer noch die Frage nach dem Sinn. Schon Seneca schrieb an Lucilius: „Non vitae sed scholae discimus". (Nicht für das Leben, aber für die Schule lernen wir. Seneca Epist. 106)

Und, ja, er hat vollkommen recht! Der Schüler kommt in die Schule, um den Prüfungsstoff - oft unzureichend - eingetrichtert zu bekommen, und er geht nach Hause, um ihn dort zu wiederholen.
Eine Woche nach Lernbeginn, so will es der Staat, tritt er zur Prüfung an. Beim Weglegen des Stiftes, mit dem die Klausur geschrieben wurde, setzt sich ein hochkomplexer, vom Unterbewusstsein gesteuerter und seit Beginn der staatlichen Schulbildung von Generation zu Generation weitergegebener Prozess in Gang, der - einem Reset-Knopf gleich - sämtliches zuvor erlernte „Wissen" austilgt.

Der Glückliche, dem noch etwas Bildung übrig geblieben ist, fragt sich dann beim Anblick der verwaisten Köpfe um ihn herum: Wem nützt das Ganze?

Daniel Hiermayer ist Schüler der 8. Klasse des BRG Hamerlingstraße, Linz.

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