Tetris

Warum Tetris

Tetris, das legendäre Computerspiel aus den 90ern, hat mehr als eine Generation von tüftlerisch veranlagten Menschen als Strategiespiel begleitet. Es ist eine beliebte Fingerübung, aber auch ein Training für die Vorstellungskraft und für strategisches Denken, weil es davon lebt, dass Figuren sich zu einem Ganzen zusammenfügen wollen.

Tetris ist zum Leitmotiv für unser Lernhaus geworden. Und das mit gutem Grund. 

In der Sozialpsychologie spricht man mittlerweile vom „Tetris-Effekt“. Dieses Phänomen, das 1994 in der wissenschaftlichen erstmals erwähnt wird, bedeutet, dass Dinge, mit denen wir uns intensiv beschäftigen, die Kraft haben, unser Denken zu verändern.  Je mehr wir uns einer Sache widmen, desto mehr beeinflusst sie die Art und Weise, wie wir die Welt sehen und wahrnehmen. 

Auf unser Lernhaus bezogen, bedeutet dies, dass besonders die intensive, konzentrierte Arbeit an einem Projekt (das sich das Kind selbst aussucht, sich also schon von vornherein dafür interessiert) dafür sorgt, dass neue Nervenbahnen und Verknüpfungen geschaffen werden. Ein gängiges Phänomen, das jeder schon erlebt hat, ist folgendes: Wenn man für eine gewisse Zeit an einem Projekt arbeitet, bei dem es um blaue Autos geht, ist die Chance groß, dass man auf der Straße eher blaue als rote Autos wahrnimmt. 

Kinder und Erwachsene können also die neurologische Wirkung des Tetris-Effekts positiv nutzen, indem sie bestimmte Dinge immer wieder tun und damit ihr Denken, Fühlen und Verhalten verändern. 

Im Sinne der positiven Psychologie können wir unser Gehirn beispielsweise trainieren, sich vermehrt auf das Positive zu fokussieren. Durch diese positiven Erfahrungen, welche die synaptischen Verschaltungen im Nervenzellen- Netzwerk verändern, kann  Optimismus gefördert werden. Wir können also unsere Erwartungen und die Sicht auf die Welt beeinflussen, indem wir bewusst nach positiven Eindrücken und Ereignissen suchen und so die Aufmerksamkeit weg vom Negativen hin zum Positiven lenken. Mit diesem neuen Fokus fällt es auch leichter, kleine positive Dinge wahrzunehmen - was wiederum die Widerstandskraft stärkt.   

Lernen kann dann gut gelingen, wenn die Kinder sich für etwas stark machen wollen und nicht, wenn sie gegen eigene Impulse handeln müssen.

Wieder auf unser Lernhaus bezogen, bedeutet das, dass wir den Kindern viele positive Lernerfahrungen ermöglichen werden, ihnen durch das Handeln, das Tun zeigen, dass sie angstfrei etwas ausprobieren und gestalten können. Hier wird den Kindern, die aufgrund verschiedener Umstände die eigentliche Motivation am Lernen verloren haben, gezeigt, welche Kraft in der intensiven Beschäftigung mit Inhalten liegen kann. Es kann das Denken und die Haltung dem Lernen gegenüber von abwehrendem „ich muss“ zu begeistertem „ich kann“ verändern. Damit kann Lernen im eigentlichen Sinn gelingen. Man kann dazu beitragen, dass Dinge, die zusammengehören, sich fügen.
Tetris eben.

(vgl. www.coachingzentrum.ch)